Wer ist für die salvagen-Programme geeignet?

Der größte Nutzen liegt bei Erwachsenen zwischen 30 und 75 Jahren. Jedoch haben wir auch viele Familien mit Kindern in unserem Programm. In diesen Fällen kann man das Ernährungsprogramm innerhalb der Familie perfekt aufeinander abstimmen. Insbesondere bei Kindern ergibt ein Gen-Test für die Ermittlung des Gen-Ernährungsprofiles Sinn, denn gerade in diesem Alter kann der Grundstein für ein langes, gesundes Leben mit der richtigen Ernährung gelegt werden. Für junge Frauen kann es von Vorteil sein zu wissen, welche Verhütung die effektivste und schonendste, oder ob eine Gebärmutterschutzimpfung notwendig ist. Für Männer und Frauen ist es von gleicher Bedeutung, unabhängig vom Beruf oder der eigenen Familienanamnese.

Gibt es ein spezielles Familienprogramm?

Ja, obwohl alle Familienmitglieder sehr eng miteinander verwandt sind, gibt es dennoch genetisch große Unterschiede. Im salvagen-Programm wird dies berücksichtigt und der größte gemeinsamen Nenner zum Beispiel bei der Ernährung herausgearbeitet. Das erleichtert die Umsetzung für die Familie enorm. Bei unseren Paarkonzepten gehen wir ähnlich vor.

Welche Kriterien werden bei der Erstellung des salvagen-Programms berücksichtigt?

Natürlich wird zuerst der Genotyp und anschließend der Phänotyp unserer Kunden fokussiert. Weiter berücksichtigen wir die neuesten Erkenntnisse der Chronobiologie, die sogenannten drei Basiszyklen infradiane, circadiane und ultradiane Rhythmen, die entscheiden, welches Zeitfenster für bestimmte Ernährung, Vitamine und Aktivitäten am effektivsten ist. So können wir unseren Kunden immer die richtigen Ratschläge zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Ziel geben, da unser Köper einen eigenen Zeitgeber hat, der geistige, körperliche und emotionale Funktionen zeitlich unterschiedlich reguliert.

Was spielt sonst noch eine Rolle?

Neben dem Alter spielt natürlich das Geschlecht eine Rolle, nicht nur wegen der unterschiedlichen genetischen Anlagen. Auch reagieren Frauen und Männer sehr geschlechtsspezifisch auf Medikamente, Vitamine, Bewegung, Ernährung und Stressabbau. Um diesem Umstand gerecht zu werden, berücksichtigen wir die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung der sogenannten gender specific medicine. Damit erreichen wir ein Höchstmaß an Effektivität an Gesundheit bei Frauen und Männern gleichermaßen. Man muss also nicht nur auf die unterschiedlichen Gene achten, sondern auf den aktuellen Gesundheitszustand, das Alter und natürlich auf das Geschlecht.

Bringt Prävention wirklich was?

In den letzten Jahren haben sich die Präventionsmaßnahmen, die auf gesicherten evidenzbasierten Grundlagen aufgebaut sind, deutlich erhöht. Insbesondere die Charité Berlin für Prävention und Integrative Medizin, aber auch andere renommierte Institute engagieren sich offen dafür und sehen in der personalisierten Prävention allergrößte Chancen für ein langes und gesundes Leben.

Kann man im Gesundheitsbereich überhaupt verallgemeinern?

Im Grunde nicht, der eine kann lebenslang rauchen und wird 100, der andere ist nur zeitweise in einer Passivrauchsituation und bekommt Krebs. Bei einem wirkt das Medikament, beim anderen nicht, oder sogar schlimmer, er bekommt davon Nebenwirkungen.

Wir leben immer länger; aber leben wir auch gesünder?

Wir leben immer länger, weil wir unter anderem unglaubliche Fortschritte in der Medizin gemacht und damit deutlich höhere Heilungserfolge erzielt haben. Das kann und darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch nie so viele Alterskranke, Diabetiker, Herzkranke, Osteoporosekranke und Übergewichtige gegeben hat wie heute. Insbesondere die Demenz steht vor epidemischem Ausmaß.

Was haben wir von der gestiegenen Lebenserwartung?

Das ist in der Tat die entscheidende Frage. Nicht die gesunde Lebensphase hat sich verlängert, sondern die Alterskrankenphase. Wir leben länger „krank“ – mit all den negativen Folgen für die eigene Lebensqualität. Und das hat natürlich Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Was ist die Lösung für ein langes gesundes Leben?

Personalisierte Prävention. Das bedeutet, Maßnahmen zur Gesunderhaltung im Bereich der Ernährung, Vitamine und Bewegung, die auf Grund der eigenen Gene und Labordaten entwickelt worden sind, umzusetzen. Und nur diese. Dies ist viel weniger zeitaufwendig und leichter umzusetzen, als was sich gesundheitsbewusste Menschen sonst aus purem Verdacht auferlegen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an fehlenden genetischen Schutzmechanismen zu erkranken?

Grundsätzlich sind diese genetischen Empfänglichkeiten ausgeschaltet. Erst der falsche Lebensstil aktiviert die Möglichkeit zur Erkrankung. Unsere Aufgabe ist es, den fehlenden genetischen Schutz mit entsprechenden Lebensstilmaßnahmen zu kopieren. Damit erfährt man den größtmöglichen Schutz gegen Krankheiten und dies mit natürlichen Methoden.

Was ist die Basis einer personalisierten Gesunderhaltungsstrategie?

Erstens ein Gentest für die Ermittlung, für welche Gesundheitsrisiken man einen Schutzmechanismus besitzt und wo er fehlt. Welche Ernährung ich verstoffwechseln kann und welche nicht. Zweitens: Für Ihren aktuellen Gesundheitszustand benötigen wir ein großes Labor, unter anderem zur Prüfung der Zellebene und der molekularen Ebene. In einigen Fällen brauchen wir einen vollumfänglichen Check-up inklusive Belastungstest und Mentalcheck.

Was sind Telomere?

Als Telomere werden die Enden der Chromosomen bezeichnet. Sie schützen die Chromosomen vor möglichen Veränderungen, die eine Instabilität der Chromosomen zur Folge hätten. Man kann die Telomere mit den Plastikkappen der Schnürsenkel vergleichen, die diese vor dem Ausfransen und somit deren Abbau schützen.
Die Telomere sind aus sich wiederholenden, kurzen DNS-Sequenzen aufgebaut. Außerdem binden Telomere spezifische Proteine, sogenannte Shelterine, an die Telomersequenz. Dieser DNS-Protein-Komplex schützt die Chromosmenenden vor DNS-Reparaturmechanismen, welche die ungeschützten Chromosomen zerstören würden, mit fatalen Folgen für die Zellen. Somit sind die Telomere ein existentieller Bestandteil für das Funktionieren und das Überleben der Zellen.

Was bedeutet Telomerase?

Die Telomerase ist ein Enzym, welches fähig ist, die Telomerlänge zu erhalten und durch Wiederverlängerung kurze Telomere zu reparieren. Dafür synthetisiert die Telomerase neue Telomer-DNS-Stücke an die Chromosomenenden. In gesundem Zustand ist die Telomerase vor allem in pluripotenten Zellen (frühe Stadien der Embryonalentwicklung) und in verschieden adulten Stammzellkompartimenten aktiv.

Wieso sind Telomere wichtig?

Die Länge der Telomere in einem bestimmten Alter ist einer der besten Indikatoren für den Fortschritt des Alterungsprozesses. Somit kann mit Hilfe der Telomerlänge das biologische Alter eines Organismus bestimmt werden. Weil sich Gewebe immer wieder erneuern müssen und dies durch Zellteilung in diesen Geweben passiert, verkürzen sich die Telomere mit zunehmendem Organismusalter. Dies ist nicht nur in differenzierten Zellen, sondern auch in den Stammzellen der Fall, was zu einer Verlangsamung der Geweberegeneration in den Organen führt. In genetisch veränderten Mausmodellen konnte nachgewiesen werden, dass eine Anhäufung von kritisch-kurzen Telomeren genügt, um einen Organismus schneller altern zu lassen. Im Umkehrschluss wurde auch gezeigt, dass man das Altern herauszögern kann, wenn man dem Telomerabbau entgegenwirkt.

Welche Faktoren beeinflussen meine Telomerlänge?

 

Genetische Voraussetzungen und der Lebensstil sind die fundamentalen Faktoren, welche die Geschwindigkeit der Telomerverkürzung beeinflussen. Gewisse Lebensstile konnten signifikant mit längeren oder kürzeren Telomeren in Verbindung gebracht werden. Zum Beispiel erhöhen Gewohnheiten wie Rauchen, psychischer Stress, aber auch Übergewicht den oxydativen Stress und Entzündungsreaktionen im Körper, was einen beschleunigten Abbau der Telomere zur Folge hat. Andere Faktoren wie die Ernährung, körperliche Betätigung und Schlaf werden ebenfalls mit der Alterung in Verbindung gebracht. Aktuell werden Therapien entwickelt, welche mittels Aktivierung der Telomerase zu einer Verlängerung und damit Verjüngung der Telomere führen. Das Bestimmen der Telomere wird nötig sein, um einen solchen Effekt anhand verlängerter Telomere nachweisen zu können.