Sind die sogenannten genetischen Polymorphismen ausreichend?

Nein, die Erkenntnisse sind heute viel weitreichender. Insbesondere die Epigenetik hat uns unmissverständlich gelehrt, dass es zwischen Genen und Lebensstil eine Art Interaktion gibt. Nicht nur die Gene bestimmen, wie wir funktionieren, sondern auch wir können mit unserem Lebensstil den Zustand der Gene, in diesem Fall der Genverpackung, massiv beeinflussen. Im Guten wie im Schlechten können wir erheblichen Einfluss darauf nehmen, wie lange wir gesund bleiben und letztendlich leben werden. Auch dazu ein Beispiel: Bei chronisch Lungenkranken ist ein bestimmtes Gen für die Enzymbildung nicht aktiviert. Diese Aktivierung können wir aber auslösen, zum Beispiel mit Konsum von Brokkoli. Durch die daraus vermehrte Enzymbildung wird die Entzündung wieder zurückgehen. Oder: Der Konsum von Resvaratrol, ein Rotwein-Polyphenol, kann ein sogenanntes Langlebigkeitsgen aktivieren. Dazu gibt es noch Transkriptom-Analysen und Proteom-Analysen.